HbbTV 2.0.5
15.07.2026
Vor 3 Jahren (2023) wurde die letzte offizielle Revision des HbbTV-Standards veröffentlicht. Im März 2026 folgte nun die neuste Version 2.0.5. Ein großer Funktionssprung ist das Update nicht – eher nach so langer Zeit wieder eine technische Korrektur samt Update. Was gibt es Neues für TV-Kunden?
Drei neue Kernfunktionen
Seit Version 2.0.5 ist nun der Rechteschutz DRM verbindlich im Kernprofil von HbbTV festgeschrieben. Das bedeutet auch, die Nutzung von 2.0.5 verlangt ein DRM-fähiges System bzw. Hardware. Anbieter können Streaminginhalte besser schützen – meist trägt das leider aber kaum zum Mehrwert für Kunden bei außer neue Gängelungen und Einschränkungen.
Neu ist auch, dass Wasm (WebAssembly) verpflichtend ist seit 2.0.5. Damit können HbbTV-Applikationen auch rechenintensive Funktionen integrieren und sind nicht mehr auf die Integration durch die TV-Anbieter angewiesen. Beispielsweise für anspruchsvolle Benutzeroberflächen, Software-Decoding und Medienverarbeitung, Spiele und interaktive Anwendungen oder Audio-, Video- oder Accessibility-Verarbeitung. Viele Geräte supporten bereits ältere Wasm-Versionen – 2.0.5 soll diese Unterstützung nun vereinheitlichen.
Als dritten neuen Punkt ist Web-Sicherheit nun verbindlich festgeschrieben. Neu drin oder formal aufgenommen sind HSTS (erzwingt HTTPS bzw. TLS) sowie Content Security Policy Level 2. HbbTV-App Anbieter müssen dies künftig mit bei der Entwicklung beachten.
Neue Funktionen
Es gibt aber auch neue Features, von denen die Nutzer direkt profitieren:
a) AV1 und VVC
Beide Codecs werden nun optional berücksichtigt. Möglich macht das eine separate Video-Codec-Registry. Darüber können künftig auch noch modernere Codecs ergänzt werden ohne jedes Mal die Spezifikationen ändern zu müssen. Mit anderen Worten technische Aktualität hinsichtlich Video- und Audioqualität bzw. Kompression ist nun einfacher aktuell zu halten. Dennoch sind AV1 und VVC nicht automatisch auf jedem HbbTV 2.0.5 Gerät vorhanden.
b) HTTP/3
Das neuste http-Protokoll wird optional zunächst mit aufgenommen.
c) Neue DVB-I-Anwendungsmodelle wurden mit übernommen. Noch 2026 startet ja DVB-I auch in Deutschland. Mit dem Upgrade von 2.0.5 wurden mehrere Modelle für DVB-I (4.1 bis 4.3) mit übernommen. Das soll plattformweite Login-, Datenschutz- und Zustimmungsabläufe bei DVB-I-Angeboten erleichtern.
Weitere Änderungen
Einiges wurde auch entfernt oder bereinigt, wie etwa „Do Not Track“. Auch der MediaSync-Fall „Video über Broadcast, Audio über Broadband“ ist nicht mehr enthalten.
Fazit
Mit 2.0.5 hat das HbbTV-Konsortium keine echte Revolution auf die Beine gestellt, sondern eher kleine Verbesserungen hinsichtlich Zuverlässigkeit, Datenschutz, Sicherheit und Funktionalität auf den Weg gebracht.