Surfen via TV
Das Fernsehen steht vor einem neuen Evolutionssprung. Die Zukunft gehört dem „Hybrid-TV“. Einer Mischung aus klassischem, linearem Fernsehen und interaktiv / multimedialen Elementen via Internet. Die noch dominante Position von herkömmlichen Rundfunkangeboten wird in Zukunft stark wanken. Zu diesem Schluss komm auch eine Studie der „Global Media Consult“ (GMX).
Die führende und wegbereitende Vorreiterrolle spielte ohne Frage „IPTV“ und die wachsende Verbreitung schneller Internetverbindungen. IPTV brachte als erstes die Möglichkeit von interaktiven Elementen am TV-Bildschirm in die Wohnzimmer. Kombiniert mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten an Zusatzinformationen und Funktionen. Mit Internetfähigen Fernsehgeräten und Standards wie HbbTV, könnten bald alle TV-Zuschauer in den Genuss von Internetinhalten sowie Interaktivität am Fernseher per Fernbedienung kommen!
Surfen am Fernseher
Internetfähige TV-Geräte erleben seit einigen Monaten einen regelrechten Boom. Das geht auch aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Quixel Research hervor. Demnach stieg der Umsatz mit Web-fähigen Fernsehern alleine im zweiten Quartal 2009 um satte 40 Prozent auf über 1 Milliarde Dollar! Auch auf der IFA 2009 waren Internetfernseher DAS Trendthema.
Sogar der Springerkonzern setzt in Zukunft auf die Präsenz am TV-Bildschirm. Per Fernbedienung und internetfähigem Fernseher, sollen dann z.B. Inhalte von „Bild.de“, „Welt online“ oder der TV-Zeitung „TV-Digital“ verfügbar sein.
Mehr als nur surfen – neue TV-Funktionen
Leider propagiert wieder einmal jeder Hersteller auf ein eigenes System. Samsung tauft sein Internet-TV-System „Internet@TV“, Philips „Net-TV“ und Panasonic „Viera cast“. HbbTV könnte zukünftig das unterfangen der Fusion von Internet und TV ergänzen, stark vereinfachen und beschleunigen. Denn HbbTV ist eine mit der Industrie, Softwareherstellern, TV-Sendern und Forschung gemeinsamer beschlossene Spezifikation. „HbbTV verknüpft die Rundfunk- und Breitbandtechnik nahtlos miteinander, um Internetinhalte und Fernsehen auf Abruf zusätzlich zu den traditionellen linearen Fernsehprogrammen bereitzustellen." So Dr. Klaus Illgner-Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik.
Fazit: Eines steht heute schon fest – Internet und Fernsehen wachsen immer mehr zusammen. Neben dem reinen Surfen im Internet am TV-Bildschirm bietet die Vision aber weit mehr als nur eine neue Ausgabeplattform fürs Internet. Denn der Rückkanal bietet die Möglichkeit das Potenzial des bisher rein linearen Fernsehens ungemein zu erweitern. Die oft versprochene „Interaktivität des Fernsehenes“ rückt nun endlich in greifbare Ferne. Einige der neuen Möglichkeiten haben wir hier gegenübergestellt.
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