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Sprungbrett HbbTV– Berliner und Brandenburger Lokalfernsehen national empfangen

24.03.2013


Die Medienanstalt der Länder Berlin und Brandenburg (mabb) hilft ab sofort bei der Verbreitung von lokalen Sendern über das Internet. Das Pilotprojekt läuft vorerst ein Jahr und könnte bei Erfolg ausgeweitet werden. Die mabb ist nicht die einzige Landesmedienanstalt, die sich intensiv mit HbbTV beschäftigt.

Bei den Landesmedienanstalten in Bayern und Thüringen herrschen bereits einschlägige Erfahrungen vor. Die preiswerte Steigerung der Reichweite über IPTV wurde erforscht und umgesetzt. Der Standard HbbTV ist dabei der ideale Ausgangspunkt, um eine Vielzahl von Inhalten und Diensten zum Endverbraucher transportieren zu können. Die mabb sieht in Hybrid-TV das ideale Mittel, um die Grenzen der Fernsehübertragung per Kabel aufzuheben. Im Prinzip spielt die Entfernung zum Sender keine Rolle mehr –egal ob beim Umzug oder im Urlaub, das heimatliche Programm ist immer erhältlich.

Der entscheidende Schub kommt von der Landesmedienanstalt

Gerade auf dem Land sei ohnehin der Satellit die bevorzuge Quelle für den TV-Empfang. Gleichzeitig sollen immer mehr Sat-Kunden auch über einen Zugang zum Netz verfügen. Schließlich hat auch noch HbbTV eine Verbreitung erreicht, die selbst kleineren Programmveranstaltern die Ausstrahlung in der Form von Hybrid-TV schmackhaft macht. Der entscheidende Impuls kommt jedoch von der mabb, da die wirtschaftliche Situation der Lokalprogramme noch nicht vollends ausreicht, um selbsttragend zu operieren. Hans Hege, Direktor der mabb, erklärt die Förderung: „Technische Reichweite ist für die Sender die Arbeitsgrundlage. Je mehr Haushalte erreicht werden können, desto größer sind die Chancen, das Zuschauerpotential auszuschöpfen und die Refinanzierung der Inhalte zu sichern.“

Barrierefreier Zugang durch smarte Apps

Die Unterstützung der Lokalproramme ist in der ersten Stufe auf ein Jahr begrenzt. Eine Auswertung der gesammelten Erfahrungen wird danach den weiteren Weg vorgeben. Die folgenden Programme nehmen an dem Projekt teil: Lausitz-TV, Uckermark-TV, Potsdam-TV und ODF (Eberswalde). Aktuelle Magazin werden mittels App realisiert, zusätzliche Inhalte liefern Mediatheken. Die für die technische Umsetzung zuständige Firma MEN aus Berlin, wird neben HbbTV auch die eigenen Hybrid-TV Lösungen der bekannten Hersteller berücksichtigen. Zurzeit werden unter anderem Philips, Loewe, Technisat, Videoweb, B&O, Schwaiger, Sharp und HD+ Geräte, sowie das iPad, unterstützt. Angekündigt sind beispielsweise LG, Samsung und Grundig.

Die Herausforderung liegt laut MEN vor allem darin, dem Endverbraucher ein nahtloses Fernseherlebnis zu bieten. Trotz dem innovativen Internetfernsehen soll er einen vergleichbar einfachen Zugriff auf die Inhalte erhalten, wie beim Kabelfernsehen. Klaus Juli, Geschäftsführer von MEN, beschreibt: „Wir wollen kein Internetportal, durch das man sich erst mühsam navigieren muss. Auf dem Fernseher soll auch Fernsehen stattfinden. Dass das Internet die technische Grundlage des Angebots ist, kann und soll dem Zuschauer eigentlich egal sein.“

 




Quelle: mabb