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Smart-TV und der Wandel im Zuschauerverhalten

11.06.2012


Der Einfluss vom Internet auf die Fernsehgewohnheiten bleibt nicht ohne Folgen. War der Nutzer dem Programm früher ausgeliefert, gestaltet er es heute mit. Doch ein entscheidender Haken bremst die umfassende Akzeptanz von interaktiven Anwendungen noch aus.

Die aktuelle Zuschauergeneration ist in einem Zwiespalt gefangen. Das hat zumindest die Studie „Smart-TV – The next Big Thing?“ des Mediennetzwerks Mindshare herausgefunden. Während 72 Prozent sich an den vorgegebenen Programmablauf halten, würden gerne annähernd genauso viele Menschen das Heft selbst in die Hand nehmen und sich ein individuelles Wunschprogramm erstellen. Dabei hängt dieses vermeintlich ambivalente Verhalten vor allem von der eigenen Situation und dem Programmangebot ab: Wer käme auf die Idee ein spannendes Livespiel erst Tage später als Aufzeichnung zu sehen? Der vierstündige Monumentalfilm ist hingegen an einem Sonntagnachmittag womöglich besser aufgehoben, als mitten unter der Woche.

Steinzeit-Fernbedienung für den modernen Flachbildschirm – ein überholtes Modell

Vor allem die komplexen interaktiven Inhalte werden schnell zur Geduldsprobe. Die vom Computer bekannte souveräne Navigation per Maus und die schnellen Anschläge auf der Tastatur, werden gegen eine klobige Fernbedienung ausgetauscht. Dabei gilt die einfache Formel: je älter der Zuschauer, desto mehr stört ihn dieses sperrige Bedienkonzept. Insgesamt 80 Prozent der Smart-TV Besitzer finden den Zugriff auf das Internet per Fernbedienung umständlich. Da sich keiner mit Maus und Tastatur am Wohnzimmertisch verrenken möchte, sollen verschiedene Alternativen dieses Dilemma lösen. Zum einen Fernbedienungen mit Tastenfeldern, die Steuerung per App für Smartphone und Tablet, sowie Gesten- und Sprachsteuerung.

Eine ergonomische Bedienung ist dringend angebracht, denn 65 Prozent der Smart-TV Nutzer wollen beim Fernsehen nicht anderes tun. Umso leichter nun der Zugriff auf die Internet-Inhalte fällt, desto eher werden diese auch genutzt. Ein Beispiel hierfür sind die Online-Videos. Die beliebteste internetbasierte Anwendung für Smart-TVs, ist auch gleichzeitig sehr einfach abzurufen.

Videoinhalte weiterhin von primärer Bedeutung

Bei all den spannenden Entwicklungen rund um den Flachbildschirm ist die Hauptaufgabe des Gerätes klar umrissen. Der Zuschauer mit Smart-TV will vor allem (83 Prozent) seine präferierten Video-Inhalte abrufen können. Ob das über das Internet geschieht, ist dabei erst einmal sekundär. Dieses kommt jedoch vor allem dem individuellen Videokonsum entgegen, welcher als einer der großen Stärken von intelligentem Fernsehen gilt. Und so sollte bei all der Begeisterung für Apps und Zusatzangebote nicht vergessen werden, worin das Kerngeschäft von Fernsehen besteht. Und wie auch alles ganzeinheitlich und komfortabel bedient werden kann.

 




Quelle: Mindshare